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Auszüge aus: "Harzreise" II |
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Nachdem ich meinen Magen
etwas beschwichtigt hatte, bemerkte ich in derselben Wirtsstube einen
Herrn mit zwei Damen, die im Begriff waren abzureisen. Dieser Herr war
ganz grün gekleidet, trug sogar eine grüne Brille, die auf seine rote
Kupfernase einen Schein wie Grünspan warf, und sah aus, wie der König
Nebukadnezar in seinen späteren Jahren ausgesehen hat, als er, der Sage
nach, gleich einem Tiere des Waldes, nichts als Salat aß. Der Grüne
wünschte, daß ich ihm ein Hotel in Göttingen empfehlen möchte, und ich
riet ihm, dort von dem ersten besten Studenten das Hotel de Brühbach zu
erfragen.
Die eine Dame war die Frau Gemahlin, eine gar große, weitläufige Dame,
ein rotes Quadratmeilengesicht mit Grübchen in den Wangen, die wie
Spucknäpfe für Liebesgötter aussahen, ein langfleischig herabhängendes
Unterkinn, das eine schlechte Fortsetzung des Gesichtes zu sein schien,
und ein hochaufgestapelter Busen, der mit steifen Spitzen und vielzackig
festonierten Krägen, wie mit Türmchen und Bastionen umbaut war. Die
andere Dame, die Frau Schwester, bildete ganz den Gegensatz der eben
beschriebenen. Stammte jene von Pharaos fetten Kühen, so stammte diese
von den magern. Das Gesicht nur ein Mund zwischen zwei Ohren, die Brust
trostlos öde, wie die Lüneburger Heide; die ganze ausgekochte Gestalt
glich einem Freitisch für arme Theologen. Beide Damen fragten mich zu
gleicher Zeit: ob im Hotel de Brühbach auch ordentliche Leute logierten.
Ich bejahte es mit gutem Gewissen, und als das holde Kleeblatt abfuhr,
grüßte ich nochmals zum Fenster hinaus. Der Sonnenwirt lächelte gar
schlau und mochte wohl wissen, daß der Karzer von den Studenten in
Göttingen Hotel de Brühbach genannt wird.
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